Das Projekt wird als bayernweites Modellprojekt nach § 45 c SGB XI vom Mai 2015 bis April 2018 von der Alzheimer Gesellschaft Landesverband Bayern e. V. durchgeführt. Die Finanzierung erfolgt durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, über die Pflegkassen Bayerns und Eigenmittel des Landesverbandes.

In Kooperation mit unterschiedlichen Verbänden, Vereinen und Organisationen des Sports und der Bewegung und in Zusammenarbeit mit regionalen Demenznetzwerken sollen vielfältige Sport- und Bewegungsangebote entwickelt und umgesetzt werden. Zielgruppe dieser sind Menschen mit Demenz, aber auch nicht erkrankte Menschen. Mit dem Bayerischen Landessport-Verband e.V. (BLSV) wurde bereits eine Kooperation vereinbart. 

Was möchten wir bewegen?

In unserer Arbeit als Alzheimer Gesellschaften erleben wir, dass Menschen zu Beginn der Erkrankung ihre bisherigen Aktivitäten in Vereinen, Gruppen und im öffentlichen Leben aufrechterhalten möchten. Wir wissen, dass manche Kompetenzen wie z. B. die Orientierung in fremder Umgebung oder das Kurzzeitgedächtnis beeinträchtigt sein können. Wir sehen aber auch, dass viele Kompetenzen, wie z. B. motorische Fähigkeiten, sehr lange erhalten bleiben. Aufgrund von Berührungsängsten bei den nicht erkrankten Menschen („die können ja nichts mehr“) und der erkrankten Menschen („die könnten ja merken, dass mit mir etwas nicht stimmt“) kommt es zu Ausgrenzung und Rückzug aus dem öffentlichen Leben. Für die erkrankten Menschen endet dies häufig in sozialer Isolation, was wiederum negative Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf hat.

 

Deshalb möchten wir dazu beitragen, dass:

  • viele und auch vielfältige, wohnortnahe Sport- und Bewegungsangebote entstehen, die Begegnungsmöglichkeiten unterschiedlicher Menschen ermöglichen.
  • Kompetenzen des Sports / der Bewegung und der sozialen Arbeit verknüpft werden, um gesellschaftliche Teilhabe auch für Menschen mit Einschränkungen zu gewährleisten.
  • sich eine „Willkommenskultur“ für Menschen mit Demenz im öffentlichen Bereich entwickelt, indem durch Begegnung einseitige und defizitäre Bilder der Demenz revidiert werden sowie Berührungsängste abgebaut werden.
  • interessierte Kooperationspartner (Verbände, Vereine, Institutionen) ermutigt werden und durch Information, Beratung und praktische Hilfen unterstützt werden, geeignete Sport- und Bewegungsangebote für Menschen mit Demenz zu entwickeln.
  • geeignete Kursleiter für solche inklusiven Sport- und Bewegungsangebote in speziellen Seminaren qualifiziert werden.

 

Welche Bausteine beinhaltet das Projekt?

Folgendes bieten wir interessierten Personen und Organisationen an:

  1. Schulung von Kursleiter/innen
    • In einer 40 Fortbildungseinheiten umfassenden Schulung bereiten wir Übungsleiter/innen und Fachkräfte der Pflege/sozialen Arbeit auf die Leitung von Bewegungs- und Sportgruppen vor.
  2. Unterstützung beim Aufbau von Angeboten
    • Wir beraten potentielle Anbieter demenzspezifischer Angebote bei der Entscheidungsfindung und informieren Mitglieder bzw. die Vorstandschaft auf Wunsch zum Thema Demenz.
    • Wir unterstützen Anbieter bei der Gestaltung von Angeboten, die von den Rahmenbedingungen, der inhaltlichen und methodischen Gestaltung grundsätzlich an die spezifische Situation von Menschen mit Demenz angepasst sind.
    • Wir helfen Anbietern bei der Gewinnung von Teilnehmer/innen, indem wir an der Vernetzung in der Region mitwirken.
  3. Förderung neuer Angebote aus Projektmitteln
    • Neue Angebote, die Menschen mit Demenz beteiligen, können wir aus Projektmitteln fördern (Aufwandsentschädigungen der Kursleitungen, Werbematerial oder Kosten für Miete).
    • Für etwa 15–20 Angebote stehen insgesamt etwa 30.000 € an Projektmitteln zur Verfügung.
  4. Öffentlichkeitsarbeit
    • Einrichtung einer gemeinsamen Internetpräsenz, auf der die konkreten Angebote in Bayern dargestellt werden.
    • Wir unterstützen Anbieter und Kooperationspartner bei der Bekanntmachung regionaler Angebote.
    • Im Verlauf des Projektes werden zwei öffentliche Fachveranstaltungen in Bayern durchgeführt, die das Projekt und die Projekterfahrungen darstellen.
  5. Fachaustausch
    • Im Verlauf des Projektes wird ein regelmäßiger Fachaustausch aller Projektbeteiligten, der Anbieter, der Kursleiter/innen und der Alzheimer Gesellschaft eingerichtet.
    • Aufgabe dieses Fachaustausches ist eine Weiterentwicklung der Angebote und die Entwicklung von Handlungsleitfäden und Handreichungen für Kursleiter und Anbieter.